Nicht überall auf der Welt können Frauen so frei leben wie in Deutschland. Bekannt für die unhaltbare Ungerechtigkeit gegenüber Frauen sind vor allem Länder des Islam. Hierzulande werden Fälle bekannt, in denen männliche Anhänger des Islam sogenannte Ehrenmorde an weiblichen Familienmitgliedern begehen. Neben der familiären Selbstjustiz gibt es auch die Stammesjustiz, die von unfassbarer Gewalt gegenüber Frauen zeugt.
Am 22. Juni 2002, in einem kleinen Dorf Meerwala in Pakistan, wird gegen acht Uhr abends eine junge Frau namens Mukhtar Bibi von vier bewaffneten Männern eines Stammes in einen dunklen Raum gezerrt und von allen vieren brutal vergewaltigt. Es war die vom Stammesgericht getroffene Strafe dafür, dass Mukhtar Bibis Bruder angeblich ein Mädchen einer anderen Familie vergewaltigt hatte.
Nach den Gesetzen des Stammes ist es nun Mukhtar Bibis Pflicht, die "Schande" ihrer Vergewaltigung durch ihren Selbstmord vor Gott wieder zu relativieren. Mukhtar Bibi weigert sich, zieht vor Gericht und bekommt Recht. Die ausländische Presse wird hellhörig, der Fall geht um die Welt. Das Land Pakistan gerät unter starke Kritik und bezeichnet das Geschehene schließlich als Einzelfall. Am 3. März 2005 werden fünf der sechs zum Tode verurteilten Männer nachträglich freigesprochen.
Mukhtar Bibi, auch bekannt als Mukhtar Mai, ist heute Leiterin einer Mädchenschule. In dem Buch "Die Schuld, eine Frau zu sein" erzählt sie ihre Geschichte, angefangen mit dem Wendepunkt ihres Lebens - der Vergewaltigung. Eine sehr sachliche Biographie, die an einigen Stellen etwas lang geraten ist, aber auf sehr eindringliche Weise das Schicksal und die Kraft einer mutigen Frau wiederspiegelt.
MM
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Gleichstellung der Frau