Literatur, dass ist die Gesamtheit des Geschriebenen und eine Kunstform der Sprache. Man teilt sie in verschiedene Niveaus, bezeichnet sie wahlweise als hohe oder schöngeistige Literatur, als unterhaltende oder gar triviale Literatur. Man? Wer ist eigentlich man? Und wer sagt, was anspruchvolle, was triviale Literatur ist? Und mit welchen Maßstäben?
Die Unterteilung verschiedener literarischer Erzeugnisse in unterschiedliche Felder hat fließende Grenzen. Ist sie deshalb komplett subjektiv? Basiert die Literaturkritik lediglich auf dem jeweiligen Gusto des Literaturkritikers? Über Literatur als Kunstbegriff berichtet Gelfert und stellt dabei zunächst klar, was Kunst überhaupt ist, wie sie wahrgenommen wird und auch wie objektiv das Geschmacksurteil ist. Und überhaupt - wessen Urteil zählt?
"Wer hat das Recht uns anzusinnen, dass wie dem Ulysses von James Joyce höheren Wert beimessen sollen als einem Roman von Rosamunde Pilcher?"
Die Antwort: Es zählt das Urteil derjenigen, die sich in Kenntnis der Überlieferung und auf der Basis großer Belesenheit unvoreingenommen am Prozess der Urteilsbildung beteiligen und mit dem Autor des zu wertenden Werkes weder befreundet, noch verfeindet, noch verwandt oder verschwägert ist."
Keine ganz einfache Antwort? Wer sich allerdings von diesem recht dünnen Buch eine Antwort auf die komplexe Frage: "Was ist gute Literatur?" erhofft, der muss mit dem Schreibstil fertig werden, der übrigens als "ohne Fußnoten und wissenschaftlichen Jargon" beworben wird. Ganz objektiv: Ein anspruchsvolles, zielsicheres Buch, das vor allem für Literaturkritiker, Studenten literarischer Fächer und Schriftsteller empfehlenswert ist.
MM
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