Bescheiden ist er nicht, der Herr Frey. Und er ist bekennender Anti-Literat. Er möchte zeigen, wie man gute Unterhaltungsliteratur schreibt, nicht elitär sondern allgemein zugänglich, und natürlich verdammt spannend.
Und verdammt (englisch: damn) ist sein Lieblingswort, gleich hinter der Prämisse, der hier allerdings nicht ganz so viel Platz eingeräumt wird, wie in den beiden Vorgängerwerken "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt I & II". In diesem Buch möchte Frey auch keine Tipps geben, was beim Schreiben eines Kriminalromans falsch oder richtig ist, sondern beschreibt stattdessen den gesamten Werdegang eines Krimis, von der ersten Idee über die Erschaffung von Mördern und Helden und deren Konflikte (auch eine grundlegende Frey-Vokabel), bis zum Überarbeiten und anschließendem Vermarkten des Manuskripts.
Er ist einer jener Autoren-Ratgeber, der nicht zu Beginn selektiert, wer überhaupt Schriftsteller werden sollte und wer nicht. Das ist eine angenehme Sache, denn dass Bücher schreiben kein Zuckerschlecken ist, das weiß jeder, der es schon einmal probiert hat. Und dass man als Schriftsteller nicht automatisch das Einkommen einer Joanne Rowling hat, sollte jedem rational denkendem Mensch eigentlich auch bewusst sein. Ein großer Pluspunkt also für den Verzicht auf moralistische Reden.
Wer schreiben möchte, der soll schreiben. So sieht das auch Herr Frey, wobei diese liberale Einstellung natürlich sicher auch seinem persönlichen Einkommen entgegen kommt. Beachten sollte man allerdings, dass er einen äußerst standardisierten und auch etwas einfallslosen Weg zum fertigen Roman zeichnet, mit Helden und Antihelden ohne Grauzonen. Ideale Lektüre für alle, die nicht schon auf der ersten Seite lesen wollen, dass sie es lieber sein lassen sollen.
MM
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