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Cuentos mexicanos

Erzählungen aus Mexiko - Cuentos hispanoamericanos

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Cuentos mexicanos | dtv Verlag | 226 Seiten | 9,50 Euro | von Erna Brandenberger

Was weiß man über Mexiko? Richtig, es grenzt im Norden an die USA.
Und wenn man im Weltatlas nachsieht, dann weiß man, dass es im Süden an Guatemala grenzt. Und das westlich der Pazifik und östlich der Golf von Mexiko und das karibische Meer plätschert. Wir wissen auch, dass Mexiko-Stadt eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt ist – und dass in diesem Land noch vor 500 Jahren kulturell hochentwickelte Völker wie die Azteken und Mayas lebten.

Aber wie ist das Leben dort? Wie sind die Menschen? Was erzählen sie sich? Das ist touristisch nicht zu ergründen; ergründen kann man das wohl überhaupt nicht, aber man kann einen Eindruck davon bekommen – durch ihre Literatur.
In 16 Kurzgeschichten aus diesem Jahrhundert erzählen José Revueltas, Edmundo Valadés, Emilio Pacheco, Inés Arredondo, Rosario Castellanos, Alfonso Reyes, Octavio Paz, Juan Rulfo, Elena Garro und Carlos Fuentes; allesamt berühmte Schriftsteller Mexikos; von ihrem Land seinen Leuten.

Das besondere an diesem Buch ist die Zweisprachigkeit, jeweils links spanisch und rechts dasselbe in deutsch.
Für Anfänger sind die spanischen Passagen jedoch keinesfalls geeignet, da die Texte original übernommen und nicht vereinfacht wurden. Es gibt auch kein Vokabelverzeichnis. Gute Spanischkenntnisse sind also Vorraussetzung – oder besser Mexikanischkenntnisse, denn die Sprache hat durchaus ihre eigenen Regeln und Wörter.
Ob nun auf deutsch oder im Original, empfehlenswert sind die gesammelten Perlen der modernen mexikanischen Literatur in jedem Fall.

Leseprobe:

José Revueltas
Verde es color
de la esparanza


Desde la cama y al inclinar la cabeza hacia adelante, apoyado el cuerpo en el antebrazo, advirtió a su mujer, que en esos momentos, como de costumbre todas las mañanas, vestía a los pequeños. A los pequeños tan asombrosamente graves, los dos, con sus ojos y sus razones y sus cerebros.
José Revueltas
Grün ist die Farbe der Hoffnung


Wenn er im Bett den Kopf ein wenig vorneigte und den Oberkörper auf den Unterarm stützte, sah er seine Frau, die wie jeden Morgen um diese Zeit die Kinder ankleidete. Erstaunlich ernst wirkten die Kleinen, alle beide, mit ihren Augen, ihrem Reden und ihrem Denken.

MM

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