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Die Brautprinzessin

Satirisches Kult-Märchen

cover Die Brautprinzessin | Klett-Cotta | 424 Seiten | 22,90 Euro | von William Goldman

In der fiktiven ländlichen Gegend Florin lebt eine wunderschöne junge Frau namens Butterblume. Bald wird sie lernen, dass "Wie Ihr wünscht" eigentlich "Ich liebe dich heißt", und sie wird sich ihrer Liebe zum Stallburschen Westley bewusst wird. Doch kaum haben sich die beiden gefunden, verschwindet Westley und bald geht das Gerücht um, er sei von einer Horde Piraten ermordet worden. Butterblume sieht sich daher einige Jahre später dazu gezwungen, den Heiratsantrag des heftig werbenden Prinz Humperndick anzunehmen. Dann jedoch wird sie von einem verbrecherischem Trio gekidnappt. Und ist dieser unheimliche schwarze Segler, der die Schurken und Butterblume verfolgt, etwa der zurückgekehrte Westley?

Jeder der noch nie von der Brautprinzessin oder dem dazugehörigen Video-Klassiker "The Princess Bride" gehört hat, sieht sich als Erstes einer großen Verwirrung gegenüber. In einer 11-Seitigen Einleitung wird zunächst der Werdegang der Idee zum Buch bzw. Kinofilm beschrieben. Danach geht es jedoch mitnichten los, sondern es folgen 32(!) Seiten in denen Dialoge des Autors mit Familienmitgliedern und anderen Personen chronologisch niedergeschrieben wurden, die eben jenen Werdegang noch einmal ausführlicher beschreiben. Wodurch der Leser jedoch keinesfalls schlauer wird. Im Gegenteil: Der Autor behauptet nämlich steif und fest, dass dieses Buch nichts weiter sei, als eine gekürzte Wiedergabe einer Geschichte von "S. Morgenstern", die Goldmans Vater seinem Jungen stets vorgelesen habe.

So weit, so gut. Aber was soll das, fragt sich der Laie? Wieso sollte man das Buch eines anderen nehmen, als sein eigenes ausgeben und "unspannende Stellen" einfach streichen? Und stattdessen den Roman unentwegt mit rot gefärbten Lettern unterbrechen und seltsame Kommentare einstreuen? Ärgern Sie sich nicht, es hat auch lange gedauert, bis ich es kapiert habe. Den Autor "S. Morgenstern" gibt es gar nicht, die Kommentare dienen der reinen Erheiterung des Lesers, stellen eine Persiflage u.a. auf die amerikanische Verlags- und Filmindustrie dar. Ich muss allerdings sagen, dass ich den Sinn für Humor des Autors nicht uneingeschränkt teile. Ein etwas grobschlächtiges Märchen vor allem für junge Männer, ohne Kitsch und ohne Längen.

MM

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