Mit Wolfskrieger beginnt eine neue Serie, die nicht in der Fantasywelt von Warhammer, sondern in der Science-Fiction-Welt von Warhammer 40.000 spielt.
Es ist ein gelungenes Werk, das es jedoch nicht schafft, einem unbewanderten Leser die Faszination der Warhammer 40.000 Welt zu vermitteln.
Fachmänner der Welt werden jedoch fasziniert sein und das Buch ohne weiteres binnen weniger Tagen verschlungen haben.
Brachiale Übersetzungen wie die des „Bolters“ in Bolzengewehr/-pistole lassen einen kundigen Leser zunächst verzweifeln und lässt sie wünschen, der Übersetzer des Buches hätte sich die Mühe gemacht, eines der vielen Deutschen Regelwerke und Hintergrundinformationen von Games Workshop zur Hand zu nehmen. Dort wäre diesem sicher recht bald aufgefallen, dass „Stormbolter“ und „Bolter“ Namen sind, die nicht Übersetzt werden sollen.
So geht einem kenntnisreichen Leser etwas an Flair verloren.
Die Geschichte selbst erinnert in den ersten Zweidrittel sehr an Ian Watts Spacemarines und der Hass zwischen Ragnar Donnerfaust und Strybjörn Grimmschädel lässt einen unweigerlich an Lexandro und seine Gefährten aus Necromunda denken.
Dennoch schafft es William King, eine packende und fesselnde Geschichte zu erzählen, die eine interessierten Leser sofort mitreißt.
Die Faszination, welche einen Leser packt, scheint schwer nachvollziehbar, sollte man nichts von Spacemarines oder anderen Hintergründen der Warhammer Welt gehört haben.
Der Werdegang des jungen Ragnar Donnerfaust, der Verlust seiner Familie und Geliebten und die starke Verknüpfung mit der Nordischen Mythologie machen die Geschichte sehr unterhaltsam. Allerdings wünscht sich der Leser dabei schnell mehr zu erfahren und den begrenzten Horizont von Ragnars Sichtweise verlassen zu können.
Ein Leser, der nicht mit dem Hintergrund vertraut ist, wird sich schwer tun zu verstehen, was genau dem jungen Ragnar widerfährt und die ganzen Ausmaße seiner Veränderungen zu begreifen. Das Wissen, welches Ragnar und damit auch dem Leser offenbart wird, ist einfach viel zu dürftig, um auch nur annähernd die Faszination zu erklären. Auch später, als Ragnar endlich lernt was es mit den heimlichen Herren seiner Welt wirklich auf sich hat, handelt William King diese neugewonnene Wissen in kurzen, fast gehetzten Abschnitten ab, ohne wirklich darauf einzugehen. So ist sich Ragnar, der Held der Geschichte, letztendlich besser seiner Veränderungen bewusst, als der geneigte Leser.
Ferner wird ganz auf die eindrucksvollen Veränderungen verzichtet, die Ian Watt so genau beschrieben hat. Währen William King die Verwandlung eines Jugendlichen, wobei dieser auf die Wichtigkeit des alters niemals eingegangen ist, aus dessen subjektiven und engstirnigen Ansicht beschreibt, hatte Ian Watt es durchaus geschafft einem Unwissenden Leser die Genetische Veränderung von einem Menschen zu einem Spacemarine einzuführen, ohne dass ein Leser sich noch auf der letzten Seite darüber wundert, wieso Ragnar nun auf einmal übermenschliche Stärke besitzt.
Alles in allem, ist Wolfskrieger eine packende Geschichte, deren Faszination wohl nur von eingeweihten geteilt werden wird. Jedem Neuling in der Warhammer 40.000 Welt ist geraten, zuerst Spacemarines von Ian Watt zu lesen, bevor man zu Sturmkrieger greift, da sonst ein Großteil der Faszination der Warhammer 40.000 Welt einfach unbemerkt an einem vorüber zieht.
SM
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