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Geburtstagsgeschenke bei anderen Völkern

Geburtstag bei Mongolen

Andere Völker, andere Sitten - Mongolei

Kindheit
Obwohl die Mongolen Kinder sehr gern haben, wird der Zeitpunkt einer Geburt nicht mit Freuden erwartet. Eine schwangere Frau verrichtet alle häuslichen Arbeiten buchstäblich bis zur letzten Minute. Die Eheleute unterhalten sich so gut wie nie über das zu erwartende Kind. Tun sie es doch, dann meist besorgt und ängstlich, denn die Sterblichkeitsrate von Mutter und Kind betrug noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu fünfzig Prozent.

Bei der Geburt eines Kindes steigt eine Feier, an der Freunde und Verwandte teilnehmen.
Sie bringen Geschenke, Essen und Trinken mit. Nun bekommt das Kind seinen Namen. Nur die kräftigsten Neugeborenen können in dem rauhen Klima überleben, viele sterben an den Folgen von Unterernährung. Die Eltern sind sehr froh, wenn der erste Geburtstag des Kindes gefeiert werden kann. Es bleibt der einzige Geburtstag, den die Mongolen feierten. Für alle anderen wird am Neujahrstag ein Jahr zum Lebensalter dazugerechnet.

Kinder - Zwitter zwischen zwei Welten

Ein Kind wird bis zum Alter von drei Jahren noch nicht voll akzeptiert, da es als ein Wesen zwischen zwei Welten gilt, das, aus dem Jenseits gekommen, schnell wieder dorthin zurückkehren könnte. Auch die Eltern feiern erst richtig, wenn das Kind drei Jahre alt ist. Nun kann es sprechen und schreit nicht mehr herum - grundlos, wie man meinte. Ist das Kind in die menschliche Gemeinschaft nun aufgenommen, so werden ihm zum ersten Mal die Haare geschnitten, Anlaß zu einer öffentlichen Feier, bei der jeder Anwesende eine Strähne abschneiden darf. Das abgeschnittene Haar wird sorgfältig aufbewahrt und galt als magisches Zeichen.

Auch heute noch ist das zeremonielle Haareschneiden Voraussetzung dafür, daß das Kind reiten lernen darf. Wenn die Kleinen reiten können, erhalten sie einen Kindersattel als Geschenk - ein Ereignis, an das sich jeder Mongole erinnert.

Ein Kind namens Hund

Mit dem buddhistischen Glauben verbunden ist auch eine weitere Besonderheit. Danach sind bei einer Geburt böse Geister bestrebt, Einfluß über die Seele des Kindes zu erlangen. Brächten sie die Namen der Kinder in Erfahrung, so würde dieses Vorhaben bedeutend erleichtert werden.
Darum geben viele Eltern dem Kind einen Namen, der die bösen Geister verwirren muß oder es für sie unattraktiv macht: »Chünbisch« (das ist kein Mensch), »Nochoj« (Hund), »Muuochin« (schlechtes Mädchen), »Nergui« (ohne Namen), »Enebisch« (das ist nicht dieser), »Terbisch« (das ist nicht jener). Eltern, die keine weiteren Kinder wollen, greifen zu »Otgon« (letztes Kind) oder »Bol« (Hör auf!). Obgleich der Geisterglaube stark zurückgegangen ist, werden diese Namen auch heute nicht selten vergeben.

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