Die Einleitung dieses Buches beginnt in etwa so: „In den letzten 10 Jahren hat das Interesse an Yoga merklich zugenommen. Was früher als esoterische Schrulle abgetan wurde, wird heute als fundiertes Gesundheitsmanagement angesehen. Yoga ist in.“ Diese Einleitung wurde 1959 geschrieben und es ist erstaunlich, wie passend diese Worte auch bei der kürzlich veröffentlichten neunten Ausgabe sind.
Swami Vishnu-Devananda war Schüler des sehr bekannten Sri Sivananda, den viele Westler gerade zu der Zeit als das Buch Premiere feierte, als den fundiertesten wissenschaftlichen Interpreten des magischen Yoga angesehen haben. Sivananda, versehen mit einer nahezu göttlichen Aura, war die ideale Quelle um das gesteigerte Bedürfnis an Innenansicht und Körpermeditation in der westlichen, zivilisierten Welt zu befriedigen. Bis heute hat sich sein Name in einer eigenen Yoga-Schule und -Tradition, dem Sivananda-Yoga, manifestiert und wird von vielen Praktizierenden weltweit geschätzt und verehrt. Dem zur Seite stehen zahlreiche andere Yoga-Schulen, die, über alle wirtschaftliche und geistige Konkurrenz erhaben, alle eine faszinierende Weisheit und Erkenntnisfähigkeit beinhalten. Yoga war, ist und bleibt magisch und voller Freude stürzen wir uns so in das große illustrierte Yoga-Buch.
Theorie - Natürlich Theorie! So viel Weisheit muß sein, bevor man sich an die körperlichen Übungen wagt. Die Philosophie des Yoga, die Sichtweise des Körpers, eine Einführung in die Welt der feinstofflichen Gesetze und Wechselwirkungen. Doch keine Angst vor Feinstofflichkeit! Yoga orientiert sich primär am physischen, an dem was für jeden von uns greifbar ist, wie Nasen, Augen und Ohren. Damit wären wir auch gleich bei den ersten Körperübungen, den so genannten Reinigungsanweisungen, ersten Warnungen inklusive. Die dargestellten Ohr-, Darm-, etc. Säuberungen sind, na ja, extrem ungewöhnlich und können bei unsachgemäßer Ausführung sicherlich zu Ergebnissen führen, die den Yoga statt ins Nirvana ins nächste Spital bringen.
Sicherheitshinweise werden natürlich auch in dem Buch gegeben, doch sprechen die Wörter (das gilt für alle Übungen, die gesamte Schrift) bisweilen eine gewisse naiv-dogmatische Sprache, die zwar aufgrund der Pionierarbeit, die dieses Buch geleistet hat, entschuldigt werden kann, trotzdem aber berücksichtigt werden muss. Auch die zahlreichen, hervorragend abgebildeten Körperstellungen, sind, obwohl anders verlautend, weniger für Anfänger geeignet. Schon gar nicht für diejenigen, die in ihrer Mobilität vorgeschädigt oder eingeschränkt sind. Klientel dieser Art finden zahlreiche Einstiegsbücher auf dem Markt.
Sobald man jedoch mit den Grundzügen des Yoga vertraut ist, sollte man auf diese Schrift ein offenes Auge werfen. Denn neben den vielfältigen und sehr interessanten Körperübungen, glänzt das Buch mit weiteren Hinweisen zur yogischen Atmung, Ernährung, Meditation und Lebensweise. Nicht immer bequem, und auch nicht verständlich, eher ein Wagnis in eine andere Welt, die, mit der notwendigen persönlichen Vorsicht betreten, zahlreiche Schätze zu bieten hat. Eintauchen!
MG
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