Dieses fadengeheftete Fachbuch mit 275 Sorten heimischer Früchte ist auf schwerem Kunstdruckpapier gedruckt. Die Entwicklung des Obstbaus in Europa, mit besonderer Berücksichtigung des kleinräumigen deutschen Südwesten, wird in diesem Werk ab dem 17. Jahrhundert nachgezeichnet. Der Abgesang auf längst Vergangenes streift auch die schnelllebige Standardisierung und Verdrängung seit den 1960er Jahren. Das gerade noch handliche Buch verwendet ein Drittel jeder Seite für die Fruchtdarstellung und wie diese am Baum wächst. Es finden sich 150 Äpfel-, 90 Birnen- sowie einige Pflaumen- und Kirschsorten. Sie sind alphabetisch nach deutscher Benennung sortiert, die Synonyme sind ebenso aufgeführt.
Die Sortenbeschreibung umfasst alles Wichtige wie Ertrag, Baumgröße, Reifezeit, Schädlingsresistenz und örtliche Herkunft. Ein 30 Seiten langer Vorspann ist gegeben, zwei Seiten Literatur und Quellen, sowie nützliche Anschriften zu den Themen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Mitarbeiterverzeichnis und ein Register runden das Ganze ab. Das Buch passt thematisch zum 125jährigem Jubiläum der Baden-Württemberger Obstbauvereine im Juni 2005. Diese deutsche Sammlung ist allerdings klein im Vergleich zu dem Sortenzahlen, die in Frankreich, Großbritannien und Belgien zusammengetragen wurden.
Das anmutige Bildbuch eignet sich einfach zum Blättern aus Freude am Thema. Es zeigt uns die Veränderung der Lebens- und Trinkgewohnheiten anhand der Obstbaugeschichte, wie Most und Bier durch Säfte und Wasser abgelöst werden. Es finden sich erläuternde Zeichnungen der Bäume und Früchte, der Formen und des Fruchtfleisches. Dieses Buch ist von direktem Nutzem für Hobbygärtner und Fachmänner und es kann ideal als Ausflugsplaner zu Streuobstgärten in lebenden Museen genutzt werden, wo alte Sorten noch gepflegt werden.
FK
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