Die biblische Geschichte der Salome verknüpft mit der einer modernen New Yorker
Kellnerin? Ein modernes Märchen, eine zeitgemäße Interpretation, eine aktuelle Version? In seinem
Buch Salomes Siebter Schleier läßt Tom Robbins die Salome beziehungsweise ihre Geschichte wieder
auferstehen.
Eingeteilt in sieben Hauptkapitel - die Sieben Schleier der Salome - erzählt das Buch von einem
Jude und einem Araber, die ein Restaurant gegenüber dem New Yorker Uno-Gebaüde eröffnen.
Doch bald schon gehen Bombendrohungen ein, da Fundamentalisten und Terroristen diesen Platz als nicht
geeignet für ein Restaurant der Völker- und Religionsvereinigung sehen.
Alles wird aus der Perspektive der Kellnerin und Künstlerin Ellen Cherry dargestellt, die es aus der
Provinz mit ihrem Mann zusammen in die große stadt verschlagen hat. Weitere Darsteller sind ein
Dessertlöffel, eine Bohnendose, ein schmutziger Socken, ein bemalter Stab und eine Muschel, die sich –
ebenso anlehnend an biblische Zusammenhänge, auf der Reise nach Jerusalem befinden. Hier spiegelt
sich die politische Situation Israels wieder. In den Dialogen der Restaurantbesitzer kann man das
gegenwärtige Weltgeschehen wiedererkennen.
Ein geniales Buch, ein kluges Buch, nicht nur für Tom Robbins-Liebhaber. Eine, wenn auch irrwitzige, originelle Art der Auseinandersetzung mit politisch brisanten Themen.
KT
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