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Das Geisterhaus

Legendäre Familiensaga in Chile

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Das Geisterhaus | Suhrkamp | 886 Seiten | 11,90 Euro | von Isabel Allende

Die chilenische Autorin stellt in ihrem Debütroman von 1982 fünf Generationen von 1920 bis zu den Jahren der Militärdiktatur in den 1970ern vor. Der Inhalt lässt sich unmöglich kurz zusammenfassen, deshalb bitte ich das Fehlen von wichtigen Charakteren und Ereignissen zu entschuldigen.

Anfang 19. Jahrhundert lebt die Familie de Valle mit ihren zahlreichen Kindern in Chile. Die älteste Tochter, Rosa, die mit feengleicher Schönheit gesegnet ist, hat viele Verehrer, doch der aus verarmten Bürgertum stammende Estebán Trueba ist derjenige, den sie erhört. Doch während dieser sein Vermögen entsprechend vermehren will, stirbt Rosa an einer Vergiftung. Ihre hellseherische Schwester Clara hat diesen Vorfall vorausgesehen, und weil sie auch noch unbemerkt der Sezierung ihrer Schwester beiwohnt, spricht sie neun Jahre lang kein Wort mehr, bis sie verkündet, den zurückgekehrten, mittlerweile wohlhabenden Estebán Trueba zu heiraten.

Die eigenwillige, nicht wirklich von dieser Welt stammende Clara und der jähzornige Gutsherr Estebán bekommen eine Tochter, Blanca, und später die Zwillinge Jaime und Nicolas. Auf dem Gutshaus "Die Drei Marien" wächst Blanca unter dem Schutze ihrer Mutter auf und verliebt sich früh in den jungen Indio Pedro Tercero García. Die verbotene Zuneigung wird zu einer tiefen Liebe und die Familie trifft der der erste Schicksalsschlag, als Estebán Trueba hinter die Liebschaft seiner Tochter kommt. Doch Blanca ist schwanger, und Pedro Tercero García entkommt den tödlichen Angriffen seines Herrn. Jahre später sollen sich Pedro und Estebán als politische Feinde im Kampf von rechten und linken Parteien wiedersehen...

Aufgezeichnet wird die epische Geschichte fiktiv von Blancas Tochter Alba und ihrem Großvater Estebán anhand der Aufzeichnungen Claras.

Ein lustiges, spannendes, mitunter trauriges und dramatisches Familienepos. Es trägt autobiographische Züge der Autorin Allende und hat einen starken geschichtlichen Bezug. Verfilmt wurde der Roman in gekürzter Form unter anderen mit Antonio Banderas (Pedro Tercero García) und Winona Ryder (Blanca Trueba). Wie so oft vermag es die Verfilmung jedoch nicht, den einzigartigen Zauber dieses Romans einzufangen, der zwischen den phantastischen Ereignissen um Clara und ihre Familie und der bedrückend realistischen Geschichtsschreibung eine Brücke zu bauen vermag.
Darf in keiner guten Sammlung fehlen!

MM

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