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Spielerische Lebensproduktion

Bauer, Tier und Acker kennenlernen

cover Farm Frenzy: Der verrückte Bauernhof | City Interactive | 25,99 Euro | für Nintendo DS

Bauer sucht Frau ist eine ziemlich dumme, moderne Fernseh-Variante sozialer Verdummung, Bauer macht Arbeit dagegen eine nachvollziehbare und pädagogisch interessante Spielform, die jetzt auch auf dem Nintendo DS im Handheld spielbar wird. Farm Frenzy heißt das Spiel, das mit seinem Plot der Produktionsabhängigkeit an klassische Vorläufer wie Sims erinnert. Der Spieler hat nämlich die Aufgabe, seinen Bauernhof in realistischer und spaßiger Art und Weise so zu führen, dass die Erträge stimmen und die Karriere ins Rollen gebracht werden kann. Über einhundert Levels warten auf die Novizen des Landlebens.

Es fängt alles ganz gemütlich an. Ein paar Hühner, die gefüttert werden wollen, damit sie Eier legen und Gras, das zum Korn wachsen will, das ordentlich bewässert werden will. Sind die Eier dann abseits aller Legebatterien und Zwangshandlungen ökologisch sauber und sinnvoll im eigenen Besitz, müssen sie per Traktor in die nächste Stadt gebracht werden, um weiteres Geld zu erwirtschaften. Damit startet dann die bäuerliche Karriere erst so richtig, denn mit dem Geld können nun neue Tiere gekauft und für deren Endprodukte späterhin auch neue Produktionsstätten gebaut werden. Käsereien veredeln die Milch, Webereien die Wolle, Mühlen das Mehl, aus dem Brot und Kuchen gebacken werden soll, und so weiter. Dabei ist der Produktionsprozess allerdings nicht so einsilbig, wie es sich auf den ersten Blick anhört. Wie im richtigen Leben sind mehrere Produktionsstätten zur Herstellung eines Produktes erforderlich.

Zwölf Gebäude mit zusätzlichen Upgrades können im Laufe des Spiels errichtet werden, fünf Nutztiere stehen am Ende zur Verfügung, und wenn alles gut läuft, fährt der Traktor beständig in die Stadt, um dem kapitalistischen Kleinbauern zum Aufstieg zu verhelfen. Ohne konkrete Ziele geht aber nichts, denn jedes Level gibt dem Spieler die entsprechenden Aufgaben, wie das Vorhandensein von so und so viel Schafen oder Schweinen oder das Einsammeln von fünfzehn Eiern. Einfache, aber unterhaltsame Spielvorgabe: In Levels aufsteigen und Karriere machen. Wer alles durchspielt, kann darüber hinaus ins unbegrenzte Spiel starten.

Als besonders Highlight taucht ab und an ein Bär auf dem Hof auf, der sich an den armen Nutztierchen gütlich tun will. Auch hier muss man seine bäuerlichen Verantwortungstechnikem unter Beweis stellen und Meister Petz mit Krawall in die Flucht schlagen – ansonsten drohen Erzeugerengpässe und Lieferschwierigkeiten. Für das Spiel heißt es: schnell sein, gründlich sein, Aufgabe erledigen, damit dann das nächste Level erreichen und beständig wachsen und gedeihen. Alles gut und schön also, auch wenn die Grafik nicht unbedingt auf dem höchsten Stand ist und der Sound doch eher an einen Commodore 64 erinnert als an die technische Überlegenheit des Nintendo-Handheld.

Vor allen Dingen für die Jüngsten unter den Konsolenfans ist dieses Spiel ein absolutes Highlight. Hier kann nicht nur die Strategie und Planung des Spiels erkannt werden, sondern auch, welche Tiere die Erzeuger welcher Produkte sind und wie diese Produkte in den einzelnen Produktionsabläufen fabriziert werden. So lernt man auch, Verantwortung für ein Projekt zu übernehmen, das gleichzeitig den existentiellen Hintergrund unserer Kultur bildet, so unglaublich das auch heute klingen mag. Zeitmanagement, Haushaltsmanagement, gepaart mit Comicatmosphäre und einem fairen Schwierigkeitsgrad. Superspiel für aufgeweckte Kids!

MG

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