Die Geschichte der Autorin ist eine Erfolgsstory, wie die Amerikaner sie lieben: untermalt mit Vorher-Nachher-Bildern erzählt Christabel Zamor, dass sie ihren ersten Reifen mit 27 in die Hand nahm (Jeder kann es schaffen! Es ist nie zu spät!), als sie „füllig, unbeholfen und introvertiert“ war.
So würde sie keiner beschreiben, der sie auf den Fotos oder der beiliegenden, 50-minütigen Workout-DVD sieht. Strahlend, vital und mitreißend wären da schon passendere Attribute. Allerdings könnte dem naturgemäß etwas muffeligeren Mitteleuropäer Zamors teils etwas festgefrorenes Lächeln auf Dauer auf die Nerven gehen. Da hilft nur: Zähne zusammenbeißen, Hüften schwingen – und auf einmal merken, wie sich auf dem eigenen Gesicht ein solches Grinsen festsetzt.
Es ist nicht zu leugnen: Hooping ist tatsächlich mitreißend. Schließlich steckt in den meisten von uns noch das Kind von damals, das Himmel-und-Hölle, Hüpfgummi und andere Kindheitsspiele vermisst. Außerdem gibt es die Reifen in den hübschesten Farben und Designs; mit Glitzerbändern und glow-in-the-dark-Farben, etwa bei http://www.hoopandglory.co.uk/. Da fühlt sich die Prinzessin in der Frau angesprochen!
Das gut 220 Seiten starke Buch besticht vor allem durch seine Vielseitigkeit; neben den vielen, ausführlich bebilderten Übungen widmet sich das Werk sowohl der Geschichte des Hula Hoops (dass die Hulatänze auf Hawaii ihren Einfluss übten, mag wohl niemanden überraschen, aber wer hätte gedacht, dass bereits 1000 v. Chr. ägyptische Kinder mit Reifen aus getrockneten Weinreben und harten Gräsern spielten, dass die Reifen für den Stamm der Lakota im 14. Jh. den Kreislauf des Lebens symbolisierten und in rituellen Reifentänzen verwendet wurden, oder dass die Jam-Band The String Cheese Incident Reifen in ihre Choreographie einbaute und so den Grundstein für das Hooping im 20. und 21. Jahrhundert legte?) als auch den anatomisch wichtigen Körperzonen, passenden Körperübungen oder berühmten Hoopern wie der First Lady Michelle Obama, oder Beyoncé. Zwischendrin werden Erfolgsgeschichten bekehrter Hooper erzählt, oder Fitnessrezepte weitergegeben (süße oder pikante Smoothies).
Die dargestellten Übungen sind zwar nicht unbedingt auf Anhieb zu schaffen, dank der großzügigen Bebilderung bei genügend Willen aber durchaus zu meistern, besonders bei Einbezug der DVD. Vor allem aber motiviert der aufmunternde Ton der Lektüre auch die eigentlich Unsportlichen unter den Lesern, die Hüften zu schwingen und einfach Spaß am Hoopen zu entwickeln. Die Ehrgeizigen unter den Reifenschwingern können dann, wie Christabel, die einzelnen Übungen zu einer Choreographie zusammenbauen: den Reifen um Arme, oberen Rumpf oder Beine kreisen lassen, sich dabei selber im Kreis bewegen, kleine Tanzschritte einlegen oder einen schnellen Hüftshimmy. Die einzelnen Figuren haben so entzückende Namen wie "Nektar" oder "den Himmel kitzeln".
Die Rezensentin ist jedenfalls so überzeugt, dass sie sich einen der im Buch angepriesenen travel hoops für gut 50 Euro zugelegt hat – der edle silberblau gestreifte Reifen ist seit ein paar Tagen da, tatsächlich einfach zusammen- und auseinanderzustecken und wurde mit dem passenden kleinen Rucksack geliefert. Jetzt kann geübt werden!
HM
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Verlag interconnections