sitemap

HOME -> Bücher -> Belletristik -> Historisch -> D & Schweiz -> Die Wanderhure

AuPair-Buch | Interrail | Australien | ReiseTops | Gastschuljahr

Die Wanderhure

Ein historischer Roman im Deutschland des 15. Jahrhunderts

cover

Die Wanderhure | Droemer/Knaur Verlag 2005 | 600 Seiten | 8,90 Euro | von Iny Lorentz

Grausames, dunkles Mittelalter. Keine Hygiene, keine Gerechtigkeit. Dominierende Männer, rechtlose Frauen.

Marie Schärerin ist eine "gehorsame und gottesfürchtige Jungfer", die wohlbehütet in ihrem angesehenen, bürgerlichen Elternhaus in Konstanz aufwächst, und wird in ihrem 17. Lebensjahr mit der vermeintlich guten Partie "Magister Ruppertus Splendidus" verlobt. In der Nacht vor der Hochzeit geschieht dann das Unerwartete: Zwei Männer klagen sie an, sie bereits mehrfach und mit ihrem Willen "genommen" zu haben. Trotz der Unwahrscheinlichkeit der Anklage wird Marie noch in der selben Nacht verhaftet.

Was Marie nun angetan wird, lässt mich als Leserin meine Hände zu Fäusten ballen und beinahe die Tränen in die Augen treiben. Doch sie überlebt die hinterlistige Verleumdung ihres raffgierigen mitgiftjagenden Verlobten, die brutale Vergewaltigung in der Zelle, die gnadenlose Auspeitschung, Vertreibung und Enthebung ihres Standes als Bürgerin.

Einen Tagesmarsch außerhalb von Konstanz wird sie von Hedwig, einer "Hübschlerin" gerettet, und muss sich von nun an ebenfalls als Wanderhure durchschlagen - als eine von vielen "gefallenen Frauen". Ihre ungewöhnliche, "madonnengleiche" Schönheit lockt die Männer an und beschert ihr viele Freier und schon bald beherrscht sie ihr Handwerk mit routiniertem Kalkül. Gemeinsam mit ihrer Freundin Hedwig zieht sie quer durch das Rheinland, hält sich im Schwarzwald und im Elsass auf und sinnt fünf Jahre lang auf Rache. Dann bietet sich ihre eine einmalige Chance, unbehindert nach Konstanz zurückzukehren um die Schuldigen zu finden...

Wer einen romantischen historischen Roman sucht, wird mit der Wanderhure nicht sehr glücklich werden. Marie hat zwar einen Verehrer, den trifft sie allerdings erst auf den hinteren Seiten wieder - und da benimmt sich dieser auch nicht gerade charmant. Und die Umstände einer Wanderhure werden etwas zu romantisch dargestellt, was dem ungemein brutalen Beginn der Geschichte widerspricht. Trotzdem ein spannender, ja sogar fesselnder Roman, der einen Einblick in das Leben in Süddeutschland im 15. Jahhundert gibt. Allein das Ende wirkt konstruiert und etwas einfallslos: Natürlich gibt es ein Happyend, das den Umständen entsprechend zu schön ist um wahr zu sein.

MM

Die Wanderhure hier bestellen

Interrail


Au Pair | Peru | Rache | Südamerika | Vietnam | Spanien mit Kindern




© / cms by interconnection