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Süße vorweihnachtliche Wartezeit
Mit vierundzwanzig Türchen vergeht die Zeit schneller
Wer erfand den Adventskalender?
„Wann ist endlich Weihnachten?“ Kaum ein Elternteil kommt um diese Frage herum, wenn die Temperaturen fallen, die Tage kürzer werden und die Supermärkte längst aus allen Nähten platzen vor Lebkuchen, Glühwein und Zimtgebäck. Da die Regale gerne mal ab September mit den weihnachtlichen Leckereien bestückt werden, dauert das Warten natürlich länger und länger.
Damit wenigstens der letzte Monat vor Heiligabend schneller vergeht, existieren eine Reihe an Traditionen, die geplagte Eltern aus dem Ärmel schütteln können. Da wäre zum einen der Adventskranz, an dem jeden Sonntag in heiliger Tradition eine weitere Kerze angezündet wird. Zum anderen kommt in der Nacht vom Sechsten der Nikolaus und füllt Stiefel mit allerlei Leckereien.
Und natürlich ist da noch der Adventskalender: Ob selbstgemacht mit Säckchen oder Päckchen oder gekauft mit hübschen Bildchen oder kleinen Schokolädchen – der Kalender erfüllt auf vielerlei Art seine Funktion, nämlich, durch eine kleine Überraschung pro Tag die Vorweihnachtszeit schrittweise zu genießen, so dass Weihnachten – schwuppdiwupp – ganz unverhofft vor der Tür steht.
Wer aber hatte die schlaue Idee mit dem Adventskalender? Sie wird u.a. Selma Lang zugeschrieben, die ihrem Söhnchen Gerhard vierundzwanzig Schachteln bastelte, die je ein Plätzchen enthielten. Jeden Tag durfte er nun eines davon essen, und so stand im Handumdrehen Weihnachten vor der Tür.
Die Idee seiner Mutter schien großen Eindruck hinterlassen zu haben – so druckte Lang als Teilhaber der lithographischen Anstalt Reichhold & Lang 1908 den wohl ersten kommerziellen Adventskalender: einen Bogen mit vierundzwanzig farbigen Heiligenbildchen, von denen jeden Tag eines ausgeschnitten und auf einen Karton geklebt wurde.
In den Fünfzigern dann setzte sich auch Mutter Langs Idee durch, und es wurden die ersten Kalender mit Süßigkeiten fabriziert. Heute sind die Schokoladen-Adventskalender gar nicht mehr wegzudenken aus unserer Adventszeit.
Wer unter chronischem Zeitmangel leidet, findet eine Riesenauswahl in den Geschäften – alle anderen basteln den Kalender selber, z.B. mit buntem Tonpapier, das zu kleinen Tüten oder Schachteln gefaltet und möglichst farbenprächtig mit Federn, Bändern, Glitter oder Watte verziert wird.
HM
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