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Bush auf der Couch

Wie denkt und fühlt George W. Bush? Eine Pschoanalyse

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Bush auf der Couch | Psychosozial-Verlag | 269 Seiten | 24,90 Euro | von Justin A. Frank

Der Präsident der Vereinigten Staaten ein Verbrecher, Betrüger und Sadist? Ja, das wussten wir schon längst, aber jetzt wird es uns auch noch auf professionell psychologischer Sichtweise bestätigt und bewiesen. Und zwar von Justin Frank, seines Zeichens klinischer Professor am Department of Psychiatry des George Washington University Medical Center, praktizierender Psychoanalytiker in Washington D.C.

Die zehn Hauptkapitel (Weniger Einleitung, Danksagung, Epilog und Bibliographie) mit Titeln wie "Die Geister aus der Flasche", "Das blöde Grinsen" oder "Ich bin der Boss" lassen erahnen, was auf uns zukommt: Einmal mehr ein Beweis, den denkbar schlechtesten Vertreter seines Volkes an der Macht zu sehen. Und so kommt es dann auch: George, der Megalomane, ein Mann, dessen Gehirn schon unter seiner 20 Jahre währenden Alkoholsucht gelitten hat, dessen Gottvertrauen geradezu bigott ist, ein Mann, der bei der Ausführung der Todesstrafe auf perverse Art und Weise grinst, ein Mann mit Ödipuskomplex.

Dieses Bush-Buch wurde im dritten Jahr seiner Amtszeit geschrieben und unmittelbar vor der Präsidentenwahl veröffentlicht. Der amerikanische wie auch der internationale Markt wurden zu dieser Zeit geradezu überschwemmt von Veröffentlichungen aus politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und auch medizinischen Reihen. Und der O-Ton war überall gleich: Don´t vote for Bush! Vielleicht erwartet uns bald eine angemessene Publikation zu der Frage: Warum haben ihn dann trotdem 50% der amerikanischen Bevölerung wiedergewählt? Ist denn das ganze Volk pervers und sadistisch?

Textprobe (S. 252, Epilog): Natürlich ist Bush kein Patient, er ist unser Anführer. Aber er ist auch unser Angestellter - er arbeitet für jeden von uns. [...] Als Mitmenschen sollten wir uns um George W. Bush sorgen. Als gewissenhafter Amerikaner wäre es doch unverantwortlich, das er weiterhin eine Position bekleidet, für die er so wenig geeignet ist und in der er den Interessen seines Arbeitsgebers so sehr geschadet hat - dem amerikanischen Volk.

Für ein psychoanalytisches Werk ist "Bush auf der Couch" einfach geschrieben und somit auch für den für den Laien gut verständlich.
Abschließend bleibt zu sagen, dass das Buch aus psychologischer Sicht interessant ist jedoch sein eigentliches Anliegen (no more Bush) aufgrund von einseitigen Beschreibungen und ständig wiederkehrenden Moralappellen verfehlt hat.

MM

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