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Bushido - die Biographie

Skandalrapper packt aus

cover Bushido Biografie | riva Verlag | 432 Seiten | 19,90 Euro | von Bushido, Lars Amend

Eine Bushido-Biographie ist ja schon mal allein durch ihre Existenz dazu angetan, zu polarisieren, die Gemüter zu erhitzen. Tatsächlich hat fast niemand eine lauwarme Meinung dazu - die Kritiker finden sie entweder grottenschlecht und so überflüssig wie einen Kropf, oder absolut genial und notwendig.

Klar, das Buch provoziert auch durch seinen Stil, die "Gangstasprache", die frauenfeindlichen Äußerungen, die krassen Sex-Stories, die überhebliche Arroganz, die auch noch fett gedruckt hervorgehoben wird (Lange bevor ich ein Mikrofon in der Hand hielt, standen die Mädchen schon Schlange und wollten gevögelt werden.).

Andererseits - hat man es von Bushido und seinem Co-Autor, der seit 2007 als PR-Berater für den Rapper tätig ist, anders erwartet? Natürlich findet man in Bushidos Biografie Details zu dem, was nur als "definitiv kein Blümchensex" zu bezeichnen ist. Natürlich redet er in dem Kapitel über seinen Gefängnisaufenthalt großspurig davon, wie er seinen Zellen-Mitbewohnern erstmal klar gemacht hatte, was für ein dicker Fisch er war. Selbstverständlich wimmelt das Buch von Rachegelüsten, Schimpftiraden und Kraftausdrücken, manchmal ersetzt durch Symbole wie Totenköpfe.

Seine Gedanken zu der Geschichte von Natascha Kampusch werden bestimmt viele aufbringen, aber, wie Bushido sagt, "Da scheiß ich drauf. Ganz ehrlich, ich habe wenigstens eine Meinung, und zu der stehe ich auch."

Da sind aber auch leise Töne, wie das an seine Mutter gerichtete Lied Kein Fenster, in dem der Rapper seine verletzliche Seite zeigt:

Ich hätte niemals gedacht, ich werde ein Gangster,
aber Mama, ich hab kein Fenster
...
Mama, für dich schreib ich hier drinnen einen Vers,
Mama, denn sie haben deinen Jungen eingesperrt
...
Guck mal, Mama, hier drin ist es dreckig,
von außen bin ich hart, doch mein Inneres ist verletzlich.

Und wenn er von seiner ersten Liebe erzählt, sind neben den großen Sprüchen und Kraftausdrücken verletzte Gefühle auszumachen. Dass er ihr den Vorwurf macht, sie habe ein Monster aus ihm erschaffen, mag man augenrollend zur Seite fallen lassen; fest steht, dass er gerade in diesem Kapitel sehr ehrlich war.

Das Buch macht einem Bushido nicht wirklich sympathisch - aber das liegt ohnehin nicht in seiner Absicht. Dafür macht es ihn menschlich. Spannend ist es in jedem Fall.

HM

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