"Kinder brauchen starke Eltern" - der Titel provokant, beinahe revolutionär. Beim Lesen der ersten Seite hat jeder, der sich in irgendeiner Weise schon einmal mit dieser Materie befasst hat das Gefühl, die Autorin spreche ihm aus der Seele.
Im „Zeitalter der Erziehungsforschung“, wie ich den gegenwärtigen Trend zum Thema Erziehung nennen möchte, kommt dieses Buch scheinbar genau richtig daher. In einem relativ einfachen, sich of wiederholenden Stil setzt es sich mit verschiedensten Gesichtspunkten rund um die Behandlung und Förderung (-oder eben nicht) unseres Nachwuchses auseinander.
Kindergartenerziehung, Grundschulen, sprachliche Früherziehung, Jugendhilfe - wo hapert es, wo fehlt es, wo braucht es Erkenntnis, Einsatz und Verbindlichkeit von Seiten der Erwachsenen? In einer Zeit, in der Bildung groß geschrieben wird, in der jedoch kläglich versagt wird, beachte man zum Beispiel oder vor allem die berühmt-berüchtigte PISA-Studie, weist Susanne Gaschke auf Faulheit, auf Unfähigkeit, auf Unwilligkeit, auf Lücken, Mängel und Behinderungen hin. Und zwar nicht auf die der Lernenden, sondern auf die der Lehrer, seien es Elter, Erzieher oder tatsächlich Pädagogen.
Was ist eigentlich wichtiger? Individualismus und Selbsverwirklichung oder das Wohl und der Dinst an dem kleinen Wesen Mensch, das man zur Welt gebracht hat? Wo sind Ursachen, wo Auswege?
Ist der Fernseher wirklich ein Ersatz für elterliche Zuwendung oder Babysitter? Sortiert die Schule tatsächlich viel zu früh aus, wer in welche weiterführende Schule kommt? Suchen und brauchen Kinder Grenzen? Ja, ja, ja! sagt Susanne Gaschke.
Aufrütteld, spannend und einfach. Sehr lesenswert!
KT
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Eltern und Erziehung