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Jaja, der Gustav Gans, der kann´s

Gans im Glück

cover Heimliche Helden - Gustav Gans | Ehapa Verlag | 142 Seiten | 15,00 Euro | von Walt Disney (Autor), Dr. Erika Fuchs (Übersetzer)

Gustav Gans, der selbstgefällige Vetter Donalds mit den blonden Dauerwellen und der ewigen Glückssträhne, zählt nicht eben zu den sympathischsten Bewohnern Entenhausens. Eingebildet und faul tändelt der ewige Widersacher Donalds durchs Leben, das ihm alles in den Schoß zu werfen scheint.

Am schlechtesten weg kommt Gustav in seinen ersten Geschichten, in denen ihn Barks beispielsweise als Unsympath darstellt, der Donald das Haus abknöpfen möchte.

In den späteren Geschichten bekommt der Ganter zunehmend nettere Züge und lässt zuweilen Anflüge von Nächstenliebe erkennen.

Trotzdem liebt man ihn am meisten, wenn sein unglaubliches Glück in krassem Gegensatz zu Donalds abartigem Pech steht – wie gleich in den ersten (Barks-)Geschichten dieses Sammelbandes, Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, Spielleidenschaft und Eine peinliche Enthüllung – oder in denen die ewige Dreiecksgeschichte Donald-Daisy-Gustav die Gemüter so richtig zum Brodeln bringt, wie in Vicars Schatten der Vergangenheit oder Daniel Brancas Zu viel Glück.

Tatsächlich hat Gustav so viel Glück, dass es manchem Leser schon merkwürdig vorkam. Verschwörungstheorien machten die Runde, und dem eitlen Glückspilz wurde gar eine Karriere als Geheimdienstler angedichtet; Vermutungen, die sich auf Szenen gründen wie die zu Beginn von Barks’ Spielleidenschaft, in der ein kurios gekleideter Zeitgenosse in langem Mantel und verdächtig falsch aussehenden Zähnen Gustav einen Taler mit den Worten überreicht: „Immer wenn ich zu Weihnachten einen Herrn treffe, der oben Dauerwelle, in der Mitte eine Fliege und unten Hundedeckchen trägt, schenk ich ihm einen Taler.“ Dies und die anschließende Bemerkung des davonhüpfenden Wunderlings, „Tja, das macht mir eben viel mehr Spaß, als wenn es ein Herr wäre, der oben eine Glatze, in der Mitte einen Schillerkragen und unten Filzlatschen träg.“, kam vielen wie ein Code vor.

Wer wollte aber Gustav eine Karriere andichten, der er noch nur ein einziges Mal in seinem Leben gearbeitet hat, wie er vor Scham schluchzend in Barks’ Eine peinliche Enthüllung zugibt. Am liebsten liegt er doch gemütlich in seiner Hängematte (damit ganz klar die Verwandtschaft zu Donald bezeugend) und lässt sich die Früchte des Lebens in den Schoß fallen – wie in Barks’ Story Erntesegen, die hier schmerzhaft vermisst wird, stellt sie doch die Rivalität der zwei Vettern aufs Schönste dar.

HM

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