Wir schreiben das Jahr 1771. James Watt hat seine bahnbrechende Dampfmaschine erbaut, die erste automatische Spinnmaschine aus den Händen eines gewissen Richard Arkwright lässt die Preise für Textilprodukte in den Keller sinken. Die Produktivität steigt in damals unbekannte Höhen. Doch nicht nur die Industrie erlebt eine Revolution. Menschen ziehen zu Tausenden in die großen Industriestädte, das Proletariat entsteht. Karl Marx und Adam Smith legen den Grundstein für die modernen und bekannten Wirtschaftssysteme.
Die GEO Magazine sind zum einen für die immer gute Bildauswahl bekannt und zum anderen natürlich für die Berichte aus aller Welt. Der Ableger Epoche beschreibt, wie könnte es anders sein, ein ganzes Zeitalter. Natürlich begrenzt dieses Sonderheft zur Industriellen Revolution sich auf die Industriestaaten Europas und der USA.
Die abgedruckten Artikel decken die großen Themen der Zeit sehr gut ab; so findet der Leser sowohl zu den bedeutenden Köpfen der Zeit und ihren Erfindungen, aber auch zu den großen Ereignissen wie der Einführung der Made in-Bezeichnung alle wichtigen Informationen. Ein abschließender Zeitablauf auf den letzten Seiten des Magazins kann sowohl zur Wissensfestigung wie auch zur Übersicht genutzt werden - sehr intelligent gelöst.
Auch diese Ausgabe des GEO-Magazins schafft es problemlos, Geschichtsexperten und Laien gleichermaßen zu unterhalten und zu informieren. Unter anderem findet sich ein mehrseitiger Text zum Bau des Eiffelturms, ein umfangreicher Bericht über den Bau der Eisenbahn in Deutschland – der einen Besuch im Technischen Deutschen Museum vorwegnimmt – sowie zur Erfindung der Telegraphie. Aber auch die dunklen Seiten der industriellen Revolution bleiben nicht unerwähnt: Umweltverschmutzung, Aufstände gegen die Industrialisierung, Unfälle bei der Arbeit an Hochöfen - Artikel, die zur Zeit der Revolution wohl undenkbar gewesen wären.
Mich persönlich hat dieses Magazin sehr beeindruckt. Sowohl das Verständnis als auch der Zeitgeist der Epoche werden dem Leser über die Bilder und Texte hervorragend vermittelt. Liest man zum Beispiel den Artikel über den Bau des Eiffelturms, so mag es dem ein oder anderen wahrlich so vorkommen, als sei dieser Turm noch immer der größte der Welt, und Wolkenkratzer noch gar nicht erfunden worden.
DR
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