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Rentier jagt Osterhase jagt Kürbisfratze

Ein Konsum-Jahreskreislauf

Schokohasen im Januar? Nikoläuse im Juli? - Der Kampf um das große Geld rund um die alle Jahre wiederkehrenden Feste und Feierlichkeiten nimmt immer bizarrere Formen an.

Kaum ist der letzte Schokoweihnachtsmann verschwunden, marschieren die Osterhasen mit den vielen bunten Zuckereiern auf, und nach einer kurzen Sommerflaute bersten die Regale wieder vor Lametta, Christbaumkugeln und anderen Weihnachtsdekogegenständen und -leckereien. Oft führen Santa Claus und Rentier eine friedliche Koexistenz mit schaurigen Halloween-Fratzen und falschen Spinnennetzen, denn bevor es an die Weihnachtsgans geht, wird der Thanksgiving-Truthahn angeschnitten, und direkt danach werden schon die ersten Kürbisse geschnitzt und Halloween-Kostüme gekauft.

Gelegenheiten, zu denen die Kassen klingeln und ehrgeizige Geschäftsleute frohlocken, die mit den passenden Süßigkeiten oder Dekoartikeln das Geschäft ihres Lebens machen.

Wer weiß, ist es die Angst vor hektischen Last-minute-Käufen, vor überfüllten Geschäften im Dezember, oder eine fast kindliche Vorfreude, die Kunden schon im August zur Nikolaustasse oder Weihnachts-CD greifen läßt? - Tatsache ist, es wird gekauft, sobald die Ware eingeräumt ist, und das nutzen die Geschäfte natürlich aus und räumen die weihnachtlichen oder österlichen Artikel Jahr für Jahr immer früher in die Regale.

Bleibt die Frage, ob die Sommerflaute irgendwann ganz verschwindet und es direkt nach dem Ostermontag bereits die ersten Weihnachtsmänner zu kaufen gibt. Verrückte Welt! Aber schließlich verschiebt ja schon Mutter Natur die Jahreszeiten nach Lust und Laune - da könnte ein Weihnachtsmann im September oder ein Osterhase im Februar ja bald schon wieder bei gewohntem Wetter in den Verkauf starten.






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