Wie das bei Nachfolgern eben so ist: Vorfreude, Erwartungen, Wünsche, noch mehr von dem zu bekommen, was man vorher schon genossen hat. Kann es denn noch besser, noch witziger, noch skurriler werden?
Natürlich kann es, und wir freuen uns mächtig, dass Assil wieder zurück ist, mitsamt seiner Feundin Thara, und natürlich auch Osiris, dem bösen Gegenspieler, der seit LeChuck-Zeiten wichtig und typisch für dieses Genre ist.
LeChuck, klingelt´s? Klar, Protagonist aus Monkey Island und häufig und gerne zitiertes Vorbilder für die Ankh-Spiele. Und das ganz zu recht, denn das hier ist ein einwandfreies Point-and-Click-Adventure, das ganz ohne Tastatur auskommt und nur mit Maus zu spielen ist.
Im Raum bewegen, Gegenstände ansehen und nutzen, kombinieren und kommunizieren, all das folgt dem ursprünglichen genialen Stil von Lucasarts, natürlich mit der ganz eigenen Note und mit der technischen, herausragenden Weiterentwicklung unserer heutigen Zeit. Grafisch und soundtechnisch fragt man sich bei diesem Spiel immer wieder: Ist damit denn jetzt ein Ende erreicht? Ist das nicht der Höchststand der Unterhaltungskunst? Das muss doch reichen!
Und in zwei Jahren kommt wieder was Feineres, Neueres und Besseres auf den Markt. So ist das eben, und gilt nicht nur für Computer und Fernseher, sondern auch für Spiele.
Nun zum Inhalt: Das so mühsam erworbene Ankh (siehe Spiel 1) ist zu Beginn des Spiels direkt wieder verschwunden und Assil erwacht in einer Kairoer Seitenstrasse mit Kopfweh und ohne das Artefakt, das leider auf dem Weg zu Osiris ist, der es zum eigene Überleben und natürlich zum Vollführen gemeiner Pläne benötigt. Da geht also die Suche und das Rätselraten von vorne los, und auf dem Weg trifft der gute Assil viele bekannte Plätze und Personen aus Teil 1, zum Teil in neuer Position, was die Sache samt Erkennungsfaktor schön lustig macht. Prominent und hervorragend wieder mal die Synchronsprecher-Besetzung, woran wir mittlerweile erkennen können, dass Computerspiele in ihrer Aufmachung einem großem Kinofilm in nichts mehr nachstehen.
Zum Spiel- und Ratespaß lässt sich Folgendes sagen: Die Rätsel werden gegen Ende etwas schwieriger, sind aber nach wie vor lösbar, denn auch hier gilt, dass keine Fehler möglich sind, wie damals bei Maniac Mansion (oh, das war nervig!). Neben eher klassischen Aufgaben wie der Zubereitung von kulinarisch fragwürdigen Speisen anhand verschlüsselter Rezepttafeln (siehe Monkey Island) erfreuen skurrile Situationen unser Herz, beispielsweise das Anbringen von Kamel-Weglaufsperren oder die Einwechslung Moses in ein Fußballspiel (Herrlich!).
Und der Gag, als Reaktion auf die Kritik des zu kurzen Vorgängers, nach den ersten Rätseln und 20 Minuten Spielspaß den Abspann einzuläuten, ist aller Ehren wert und wird hiermit von uns zum Gag des Jahres gekürt. Und los jetzt, kaufen!
MG
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