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Silvester

Feuerwerk, Luftschlangen und ganz viel Sekt

So läutet Europa das neue Jahr ein

Die Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar leitet ein neues Jahr ein; allerorts wird Silvester gefeiert. Dabei haben sich viele alte Bräuche und Sitten bis heute noch erhalten.

Im deutschsprachigen Raum wird besonders viel geböllert; ein Riesenfeuerwerk um Mitternacht ist auch in kleineren Städten selbstverständlich. Früher diente das Feuerwerk dazu, böse Geister zu vertreiben; heute läutet es das neue Jahr ein.

Wer Silvester nicht tanzend auf einer Party oder in einer Diskothek feiert oder das neue Jahr laufend begrüßt (die sogenannten "Silvesterläufe" wurden in den letzten Jahren immer beliebter), der feiert gemütlich im kleineren Kreis. Fondue oder Raclette zählen dabei zu den beliebtesten kulinarischen Begleitern des Abends, da sich das Essen in geselligem Miteinander über mehrere Stunden hinziehen kann - so wird die Wartezeit bis Mitternacht angenehm verkürzt.

Beliebter Zeitvertreib sind auch Bleigießen oder die aus Großbritannien stammenden Knallbonbons, außerdem der alljährlich wiederkehrende Fernsehsketch "Dinner for One", ein Klassiker. Dazu gibt es Feuerzangenbowle oder viel Sekt.

In Norddeutschland gehen die Kinder am Silvesterabend gerne Rummelpott laufen; eine Tradition, die an Halloween erinnert, da sie in Verkleidungen von Tür zu Tür gehen und Geld und Süßigkeiten erhalten. Dazu werden Rummelpottlieder wie Fru mok de Dör op gesungen.

Etwas später als andernorts wird in einigen Regionen der Schweiz das neue Jahr eingeläutet: in Appenzell Ausserrhoden, sowie in den protestantischen Gebieten der Kantone Glarus und Graubünden wird Silvester erst am 13. Januar gefeiert, da man hier lange Zeit noch am Julianischen Kalender festhielt.

Und wie feiern unsere europäischen Nachbarn?
In Frankreich feiert man Saint Sylvestre mit Freunden, stößt mit Champagner an und wünscht sich ein "Bonne année".
Auch in Schweden kann es an Silvester garnicht schick genug sein: angestoßen wird ebenfalls mit Champagner, dazu gibt es Hummer und andere erlesene Schalentiere. Am liebsten feiern die Schweden mit Freunden in Restaurants, Diskotheken und Bars. Um Mitternacht werden Luftschlangen geworfen, dann gibt es ein großes Feuerwerk.
In Italien läutet man das neue Jahr gerne mit besonderer Unterwäsche ein: wer in der Neujahrsnacht rot trägt, hat im nächsten Jahr Glück in der Liebe. Für das materielle Glück werden am Silvesterabend Linsen und andere kleine Obst- oder Gemüsesorten gezählt.
Einen dem deutschen Bleigießen ähnlichen Brauch gibt es in Finnland: dort wird allerdings Zinn verwendet, und es wird nicht das erstarrte Metallstück gedeutet, sondern der Schatten, den es an die Wand wirft.
Ähnlich dem deutschen Silvester wird auch in Portugal viel Werk auf das mitternächtliche Feuerwerk gelegt. In großen Städten versammelt man sich mit allen Freunden an öffentlichen Plätzen, um das Feuerwerk zu betrachten und dabei mit Sekt anzustoßen.
In Griechenland dagegen gibt es in der Silvesternacht erst die Geschenke, die es andernorts zu Heiligabend gibt! Zuvor aber gibt es eine große Familienfeier, auf der gegessen, getrunken und gescherzt wird. Später werden gerne Kartenspiele gespielt, denn wer an diesem Abend Glück hat, hat es auch im kommenden Jahr. Am meisten Glück hat aber derjenige, der am nächsten Tag in der Vassilopita, einer Art Kuchen, die darin versteckte Münze findet.
Einen lustigen Silvesterbrauch gibt es in Spanien: nach einem ausgiebigen Festmahl versammeln sich viele Spanier kurz vor Mitternacht auf dem Rathausplatz ihrer Stadt, in der Hand ein Dutzend Trauben. In den zwölf letzten Sekunden des alten Jahres wird je eine Traube gegessen. Soll Glück bringen! Dann wird angestoßen und bis in die frühen Morgenstunden das neue Jahr begrüßt.


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