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Kaufen, kaufen, kaufen
Alle Welt liebt Shoppen
Nur eine kleine Gruppe aus San Francisco wagt es, dem Konsum Widerstand zu leisten
Shopping macht Spaß, verschafft schnelle Befriedigung und kurbelt zusätzlich die Wirtschaft an. Oder? Dass Shoppingwahn – man ahnt es schon an der Wortzusammensetzung – nicht ausschließlich positiv zu bewerten ist, macht der Kreislauf Konsum – wachsende Müllberge schnell klar.
Wo hört der Erwerb (lebens-)notwendiger Güter auf, und wo beginnt Konsum? Eine kleine Gruppe Konsummüder aus San Francisco wollte es wissen und schloss in der Silvesternacht eine Wette ab. Der gute Vorsatz: ein ganzes Jahr lang nichts einzukaufen, was über die lebensnotwendigen Güter hinausgeht. Im Klartext: Milch und Mittel zur Blutdrucksenkung gehen in Ordnung, die neue Matratze oder das Ersatzteil fürs Auto nicht.
Dass es auch ohne den ständigen Griff ins Portemonnaie geht, haben John Perry, der die Wette initiierte, und seine Freunde in einem turbulenten konsumfreien Jahr herausgefunden. Tauschhandel im Internet oder mit Freunden und Nachbarn – auch der gezielte Griff in die Mülltonne hat schon das Gesuchte zutage gebracht.
Die Aktion, im kleinen Freundeskreis begonnen, hat schnell weite Kreise gezogen. Ein Jahr lang kein Konsum – das geht doch wohl nicht?! – Kritiker werfen der Gruppe vor, mit ihrer einjährigen Konsum-Abstinenz nicht wirklich etwas zu bewegen. Fanatiker sehen die Aktion sogar als „unpatriotisch“ an. Die Gruppe selber zieht da nur kollektiv die Augenbrauen hoch: “Wenn das jetzt schon Schlagzeilen macht, dass ein paar Leute in San Francisco ein Jahr lang nicht shoppen, dann sagt das viel darüber, in welchem Zustand unsere Kultur ist.“