Eine der heute bekanntesten chinesischen Sängerinnen schreibt über ihre Herkunft, die so anders zu sein scheint als ihr jetziges Leben. Namu Erche verbringt ihre Kindheit im "Land der Töchter", dem Gebiet der Moso. Die Moso sind ein Volk, welches von Frauen beherrscht wird.
Hier sind Begriffe wie "Heirat" und "Ehe" Fremdwörter. Die Frau sucht sich den Mann aus, mit dem sie zusammen sein oder ein Kind zeugen will, und ebenso schickt sie ihn wieder fort, wenn seine Manneskraft nichts mehr taugt. Auch in allen anderen Bereichen des Lebens hat die Frau das Sagen.
So anders gleichberechtigt die Umgebung und so unendlich schön die Natur auch ist, in der Namu aufwächst, sie hat Träume, die wohl jeder junge Mensch hat: sie will fort, hinaus in die Welt, sie will Peking sehen und Shanghai, will nicht der Tradition folgen und Mutter werden in einer von Frauen dominierten aber vom Treiben des modernen Lebens isolierten Welt.
Wie sie den Bruch zwischen den Generationen begeht, sich aufmacht in die große Stadt um Sängerin zu werden, es aber dennoch schafft, die Verbindung zu halten, ihre Identität zu bewahren und zu pflegen, davon erzählt Namu in diesem Buch.
Das Nachwort, eine kurze aber hochinteressante wissenschaftliche Ausführung der Kulturanthropologin und Co-Autorin Christine Mathieu, verhilft dem Leser zu einem runden Bild über das Volk der Moso.
KT
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