Nicht zuletzt durch den Dalai Lama ist Tibet, seine Kultur und auch seine Sprache, in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt.
Wer sich für den tibetischen Buddhismus interessiert, findet in jeder größeren Stadt Ansprechpartner, eine Gruppe, die sich regelmäßig trifft, oder spezielle Tibethäuser. Will man aber die tibetische Sprache erlernen, sieht das Ganze schon etwas dürftiger aus. Auch, wer sich intensiver mit buddhistischen Studien befassen möchte, ist auf die Übersetzungen tibetischer Schriften angewiesen, die ins Englische oder Deutsche übertragen wurden – lediglich ein Bruchteil des Gesamtwerkes.
Mit dieser Einführung in die tibetische Schrift, die sich vor allem an den Autodidakten wendet, möchten Wolfgang-Ekkehard Scharlipp und Dieter Back den Einstieg in diese faszinierende Sprache erleichtern.
Nach einer kurzen Einleitung über Ursprung und Entstehung der tibetischen Schrift geht es mit den dreißig Grundbuchstaben der Normalschrift los, dbu can, der Schrift mit Kopf, die so heißt, weil die Zeichen an einem waagerechten Balken hängen. Im Anschluss daran wird die Schreibschrift dbu med, die Schrift ohne Kopf, behandelt, die ihren Namen bekam, weil der waagerechte Deckstrich des flüssigeren Schreibens wegen weggelassen wurde.
Da es hauptsächlich um die Schrift geht, wird die Aussprache zwar kurz angesprochen, aber nicht näher untersucht. Dafür liegt das Augenmerk auf den Schriftzeichen: künstlerisch weniger Begabte dürfen sich über eine genaue Aufzeichnung der Strichfolge und –führung freuen.
Auf die diakritische Schreibung der Vokale wird ebenso eingegangen wie auf Adskripte. Letztere werden besonders ausführlich behandelt, da es sich zugegebenermaßen um kein einfaches Thema handelt.
Das sind dann die Kapitel, die für einen Sprachanfänger wohl am interessantesten sind (zuzüglich mit Kapitel 9, welches eine Auflistung ausgewählter Literatur beinhaltet; Lehrbücher, Handbücher und Grammatiken, Wörterbücher und Phraseologien, Einzeluntersuchungen und Allgemeine Information zu Tibet).
Kapitel 6, 7 und 8, die wohl eher für Fortgeschrittene geeignet sind, befassen sich dann mit Sonderzeichen und Abkürzungen, sowie mit Schriftbeispielen verschiedener Schriftarten. Wer einmal soweit ist, übersetzt wohl bald schon selber Schriften.
Alles in allem eine kompakte, leicht verständliche Einführung, die sich vor allem durch ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnet.
HM
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Verlag interconnections