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Ich mach´s dir mexikanisch

Bekannte und unbekannte erotische Worte und Verse

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Ich mach´s dir mexikanisch | Beck Verlag Auflage 2004 | 244 Seiten | 9,90 Euro | von Christoph Gutknecht

Ich gebe es zu: Ich bin mit einem Mexikaner verheiratet und mich interessiert brennend, was hinter dem Titel "Ich machs dir mexikanisch" steckt. So Mancher hat doch schon mal von der zweiten Bedeutung des "französischen" gehört und einige können bestätigen, daß die besten Liebhaber die Italiener (oder warens die Japaner?) sind.
Aber worum geht es nun eigentlich in dem Buch mit dem vielversprechendem Titel? Eines gleich vorweg: Wer eine erotische Lektüre mit "Effekt" sucht, der ist mit "Ich machs dir mexikanisch" schlecht bedient. Denn hier geht es vielmehr um die Definition erotischer Begriffe jeder Art. So finden wir beispielsweise neben der Herkunft des Wortes "Kondom" auch die dazugehörige Zeittafel mit sämtlichen literarischen Erwähnungen des Begriffs seit 1705.

Auch erfahren wir Neues von deutschen Vorzeigeliteraten wie Schiller und Goethe, die zwar das "Freudenhaus" (Wilheml Tell) oder das "Lusthaus" (Wilhelm Meisters Lehrjahre) in ihren Werken erwähnen, jedoch dabei, wie wir erfahren, nicht von einem Bordell sprechen.
Wen es interessiert, wie man auf Begrifflichkeiten wie "Möse" und "Muschi" kam, der wird auf seiner Entdeckungsreise über Mörser und Mitzekatzen stolpern und ist am Ende doch sicherlich um ein Wissen reicher, mit dem man im heiteren Freundeskreis das ein oder andere "Aha" hervorrufen kann.
Etwas seltsam mutet eine Werbeanzeige für ein Erotikweekend in einem Wiener Hotel an, die samt Preislage und Öffnungszeiten unschuldig im Text eingebaut wurde.

Schön und gut, aber ... wie macht man es nun eigentlich "mexikanisch?" Hier die gegebene Antwort:
Philosoph Ernst Bloch erwähnte diese Art des "Koitus" in einem Werk von 1969. Da ruft eine Hure dem heimkehrenden Wiener Schauspieler hinterher: "Komm doch her, i mach dirs mexikanisch". Dieser lässts sich jedoch nicht beeindrucken und geht unbeirrt seines Weges, Doch das skurrile Angebot lässt ihn nicht mehr los: "Was hat dös Mädl bloß gmaant mit dem mexikanisch?" Er kehrt um. Die junge Hure jedoch ist weg und bleibt unauffindbar. Da kommt ihm die Erleuchtung: Klar, das war ein Engel, der darf alle hundert Jahre in Gestalt einer Hure auf die Erde herabsteigen um den Menschen ihre Fehler vorzuführen und sie so zu erlösen. Und der Satz "i mach dirs mexikanisch" ist das Losungswort.
Ja, so heisst es in der Legende. Ich muß zugeben, daß mich diese Antwort etwas enttäuscht hat ...

MM

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