Wir schreiben das Jahr 1740, als Madeleine Volland, eine aufgeklärte und
moderne Frau aufgrund ihrer unzeitgemäßen Lebensweise und ihrer
"Schamlosigkeit" gegenüber der Kirche hingerichtet wird. Zurück bleibt ihre
uneheliche Tochter Sophie Volland - eine
Frau die tatsächlich existierte, für Historiker aber immer ein Geheimnis
blieb. Tatsache ist, daß sie jahrzehntelang in Verbindung mit dem
umstrittenen französischen Freidenker Denis Diderot
stand, der als einer der bedeutendsten Träger der europäischen
Universalbildung gilt. Er war Herausgeber und Mitverfasser der 28-Bändigen
französischen Enzyklopädie und hatte
großen Einfluss auf bedeutende Literaten seiner Zeit wie Goethe und
Lessing.
Der Autor des historischen Romans "Die Philosophin", Peter Prange, möchte
einen Einblick in das Leben in Paris um
1750 schaffen, dem Ort und der Epoche, als die Idee zu der revolutionären
Enzyklopädie entstand.
Als Hauptperson "benutzt" Peter Prange dabei besagte Sophie Volland, die
einige Jahre nach der Hinrichtung ihrer Mutter nach Paris kommt und als
Kellnerin im Café "Procope" arbeitet, einem Treffpunkt für Freidenker und
Philosophen. Hier lernt sie Denis Diderot kennen und verliebt sich in ihn.
Sophie Volland wird zur
"Philosophin"...
Der Roman spielt gekonnt mit Fiktion und
Wirklichkeit. Leider wirkt er zuweilen etwas oberflächlich und
konstruiert, was weniger auf die Geschichte als auf die Erzählweise
zurückzuführen ist.
Wer etwas über das Leben in Paris vor der Revolution 1789 erfahren möchte,
einen Schmöker über die Liebe mir Hindernissen lesen will, verpackt in einen
teilweise fiktiven, teilweise realen Roman, der ist mit "der Philosophin"
bestens bedient.
Kann er auch nicht mit dem Anspruch anderer historischen Romane mithalten,
ist er doch ein kurzweiliges
Lesevergnügen.
MM
Die Philosophin
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Paris