Dawn Brunke-Baumann. Ein Name, der - Vorurteile hin oder her - vermuten lässt, dass es sich hierbei um eine Autorin handelt, die von Gleichberechtigung und allumfassender Liebe sprechen wird. Fragen Sie mich bitte nicht, warum ich das weiß oder welche Begründung es dafür gibt, es ist schlichtweg eine intuitive Eingebung, die durch den Inhalt des Buches "Tierkommunikation" determiniert und gestützt wird. Ja, es handelt sich um Gleichberechtigung, und ja, auch um allumfassende Liebe.
Szenenwechsel: Stellen wir uns vor, wir hätten zum allerersten Mal in unserem Leben ein Buch in der Hand, sagen wir mal dieses hier von der Frau mit dem alliterativen Doppelnamen. Dann finden sich dort viele interessante Anregungen, Überlegungen und Zitate, die einen in ungewohnte Daseinsaspekte führen und zu emotionaler Offenheit - speziell gegenüber Tieren - führt. Am Buchrand, als kleiner Appetithappen nebenbei, kommen laufend Laotse, Krishnamurti, Schwarzer Hirsch, Walt Whitman und viele weitere "Helden" zu Wort. Das allein ist inspirierend und kann Weltsichten verändern. Dazu die, auch wenn es komisch klingt, praktische Einleitung in die Tierkommunikation. Es gibt sie tatsächlich: Impulse, Übungen und Techniken werden vermittelt und vorgeschlagen, die zu dem gewünschten Ergebnis führen werden, wenn man es denn so beabsichtigt. Für das erste Buch unseres Lebens ein ganz schön umwerfendes Erlebnis.
Szenenwechsel die Zweite: Dies ist nicht unser erstes, sondern das 500. Buch und wir haben schon viel gesehen, gehört und reflektiert. Wir wissen zwar, dass Engel und Lichtarbeit existieren, die Umsetzung in die Alltagspraxis aber häufig in romantischer Weise in den Büchern stilisiert wird und somit zu Abklassifizierungen à la Esoterik-Quatsch führt. Auch das ist mit diesem Werk möglich, zumal es sich um eine amerikanische Esoterik-Autorin handelt (Jetzt bloß nicht fragen, was das mit Amerika zu tun hat ...).
Beleibte Frauen auf Fotos mit domestizierten Tieren, die ganze Seiten lang in diesem Buch selbst sprechen. Glaubt ihr das nicht? Dann müsst Ihr eben mal in das Buch gucken. Dort spricht Karlo die Katze und Paule das Pferd, und sie vermitteln dem Leser ihre tierischen, intuitiven Weisheiten. Das Ganze, leider muss man das so sagen, mit einer Extraportion amerikanischem Klebezucker, was soviel heißt wie: alles ist Liebe und alles kann toll sein. Und das ist eben nicht ganz wahr - die Welt ist kein Paradies, auch wenn das alle Lichtarbeiter, Tierkommunikatoren oder Qi-Gong-Praktizierenden so haben wollen. Genau deswegen muss man kontinuierlich diese Art von Literatur kritisieren und reflektieren.
Inhaltlich bietet das Buch das ganze Spektrum tierischer Möglichkeiten, von einfacher Sprache mit dem Haustier, bis zum Krafttier, Traumtier, Totemtier und heilendem Tier. Das ist umfassend und praktikabel und wenn dies, wie gesagt, das erste Buch wäre, so regte es durchaus an. Und wenn es eben das 500. Buch ist, dann kann es irreführend und langweilig sein. Folglich lautet die Frage: Na, wie viel Bücher haben Sie schon gelesen?
MG
Tierkommunikation - Hier bestellen!
Reisebücher online